|
|
Und ich sah einen Traum heute Nacht: Der Himmel schrie,
die Erde
gab Antwort, zwischen ihnen, stand ich
(Gilgamesh, Tafel VII).
Und ich sah: zwei Drittel des Mannes sind Gott,
ein Drittel von ihm
ist Mensch (Gilgamesh, Tafel
IX)
– der er nicht sein will.
Prolog
Le
Temps fuit,
La Conscience crie, La Mort menace
'Nun ist die Zeit da! Der Abgrund öffnet sich. Siehe da den König der
Könige der Finsternisse! Siehe da das Tier mit seinen Untergebenen, das
sich Erlöser der Welt nennt. Stolz wird es sich in die Lüfte erheben, um
zum Himmel aufzusteigen. Er wird durch den Hauch des heiligen Erzengels
Michael erstickt. Er stürzt herab, und die Erde wird ihren Schoß voll
des Feuers öffnen. Er wird verschlungen für immer mit all den Seinen in
die ewigen Abgründe der Hölle. Dann werden Wasser und Feuer die Erde
reinigen und alle Werke des menschlichen Hochmuts vertilgen, und alles
wird erneuert werden. Dann werden wir Gott dienen, und Er wird
verherrlicht werden.'
Notre Dame de La Salette.
'Und siehe, der auf dem Berge saß, rief mit gewaltiger und
durchdringender Stimme: O du Mensch, rufe und verkünde, wie man in die
Erlösung eingeht, die alles wiederherstellt, damit diejenigen
unterrichtet werden, die, obgleich sie den inneren Gehalt heiliger
Schriften ja kennen, ihn aber dennoch nicht aussprechen oder verkünden
wollen, weil sie lau und stumpf sind, die Gerechtigkeit Gottes zu
beobachten. Erschließe ihnen die versiegelten Geheimnisse, die sie so
ängstlich in ihrem versteckten unfruchtbaren Acker ohne Frucht
verbergen. Ergieße dich wie ein überfließender Quell, verströme dich in
geheimnisvoller Lehre, dass jene von deiner Ausgießung und Bewässerung
erschüttert werden, die dich wegen der Übertretungen Evas mit Verachtung
strafen möchten. Nicht von einem Menschen hast du die Erhabenheit dieser
Tiefe. Von dem himmlischen, furchtbaren Richter wird sie dir von oben
her gegeben. Erhebe dich also, rufe und sprich, was dir in der
göttlichen Hilfe kund wird! Denn der da jeder seiner Kreaturen mächtig
und gütig gebietet, er durchströmt die, die ihn fürchten und ihm mit
hingebender Liebe dienen mit dem Licht der himmlischen Erleuchtung
und führt sie, wenn sie
auf dem Pfad der Rechtschaffenheit verharren, zu den Freuden der ewigen
Vision.' Hildegard von Bingen, Scito Vias Domini I/1.
'Und der Heilige Geist ließ als Gehilfen los das Gute Denken und die
Beste Wahrheit und das Feuer des Weisen Herrn; der Böse Geist ließ als
Gehilfen los das Böse Denken und den Zorn mit furchtbarer Keule und den
Drachen Dahaka. Alsdann kroch nach vorn der gottlose dreimäulige Drache
und dachte bei sich also: „Diesen Glücksglanz, den nicht genommenen,
will ich ergreifen.“ Aber hinter ihm reckte sich auf das Feuer des
Weisen Herrn und sprach mit Worten also: „Zurück, lass dir das gesagt
sein, du dreimäuliger gottloser Drache, wenn du den Glücksglanz, den
nicht genommenen, dir aneignest, will ich dir gegen deinen Steiß
emporflammen, gegen dein Maul emporleuchten und danach sollst du nicht
wieder hervorstürzen auf die gottgeschaffene Erde zum Verderben einer
Welt der Wahrheit.“ Da zog der Drache seine Pfoten zurück, besorgt wegen
der Lebensgefahr, weil er vor dem Feuer des Herrn in Furcht war.' Zend
Awesta, Zamyad Yašt 19,49-50.
'Der vierte Engel posaunte: es ward geschlagen der dritte Teil der
Sonne, der dritte Teil des Mondes und der dritte Teil der Sterne, dass
ihr dritter Teil verfinstert ward. Und ich sah und hörte einen Engel
gleich einem Falken fliegen mitten durch den Himmel und sagen mit großer
Stimme: Weh, weh denen, die auf Erden wohnen!'
Offenbarung 8.12-13.
Während Interreligious Sciences die Neurose – Iranische
Bruderschaft: 'Der Kuss Judas, des Verräters'1
– zum Thema hat, geht es bei Sacred Art Therapy um innere
Psychosen: 'Die Verspottung der Maria Magdalena (Ceres)'
(Matthias Stom, Pinakothek München).
Aus der Einheit der beiden geheilten Paranoien geht Europa die wahre
Freiheit hervor.
1Während
er noch redete, kam eine Schar Männer; Judas,
einer der Zwölf, ging ihnen voran. Er näherte sich Jesus, um ihn zu
küssen.
Jesus aber sagte zu ihm: Judas, mit einem Kuss verrätst du den
Menschensohn?
(Lukas 22:47-48)
|
|